Gruss aus der Ferne
H. Esser
Die Morgensonne
funkelt in Gras und Tau;
ich grüße dich, du meine Wonne,
Herz meines Herzens, holde Frau!
Ihr lauen Winde,
die ihr die Stirn mir küsst,
auf, eilet euch, fliegt hin geschwinde
zu ihr, die meine Seele grüßt.
Noch traumversunken
ruht sie im Schoß der Nacht;
o küsst sie, dass schlummertrunken
sie nicht mehr weiß, ob sie träumt, ob wacht!
Und wenn sich leise
seufzend ihr Busen dehnt;
o flüstert ihr verstohl'ner Weise,
wonach ihr liebes Herz sich sehnt:
Vom Wiedersehen,
das schon von ferne winkt
und wie, gerührt von meinem Flehen,
sie in den treuen Arm mir sinkt.