Herbst

H. Esser

Die roten Blätter fallen

da draußen in dem Wald;

wie ist so seltsam verändert

mein liebster Aufenthalt!

Die fernen Glocken klingen

vom Dorf her hinter dem Rain;

welch wunderbarlich Sehnen

schleicht in mein Herz hinein?

Sind das dieselben Bäume?

Wie schauen so trübe sie d'rein,

in des Sommers fröhlichen Tagen

die lieben Gesellen mein!

Sind das dieselben Bäume,

die mit lieblichem Gruß mich umrauscht,

wenn ich im blühenden Walde

auf ihren Sang gelauscht?

Verweht sind Blüten und Blumen,

der Herbstwind rauscht in dem Baum,

und vor mir liegt der trübe,

der lange Wintertraum!