Liebe
H. Esser
Hat je der Liebe treue Hand
Durch Nacht und Dornen dich geführt,
Hast in des Lebens Sonnenbrand
Du jemals ihren Hauch verspürt;
O fühle, daß dich Gott geweiht,
So oft ein lieber Mund dich küßt,
Und daß dir nun für alle Zeit
Ein himmlisch Glück zu eigen ist.
Wie sich dein Schicksal wenden mag,
Und was du leidest auch fortan,
Es blühte dir ein Frühlingstag,
Der nimmermehr verwelken kann.
In Glück und Noth, in Lust und Pein
Umfächelt dich sein linder Duft,
Die Liebe wiegt dich lächelt ein
Und streut die Rosen auf die Gruft.