Meiden

H. Esser

Es schleicht ein zehrend Feuer

Durch mein Gebein;

Mein Schatt' ist mir nicht treuer

Wie diese Pein.

Ich höre die Stunden ziehen

Trüben Gesichts;

Sie kommen, weilen, fliehen --

Und ändern nichts.

Der Sommer kommt gegangen,

Mir ist's wie Traum;

Am Busch Wildröslein hangen,

Ich acht' es kaum.

Es schlagen die Nachtigallen

In Wald und Plan;

Laß schallen, laß verhallen!

Was geht's mich an?

Ich fühle nur das eine

In meinem Sinn:

Daß ich von dir, du Reine,

Geschieden bin.

Mein Schatt' ist mir nicht treuer

Wie diese Pein;

Und zehrend schleicht das Feuer

Durch mein Gebein.