Mutterseelenallein

H. Esser

Es blickt so still der Mond mich an

es fliesst so still der Rhein;

der Fischerknabe steht im Kahn

so mutterseelenallein.

Ich sitz am Rocken traurig still

in meinem Kämmerlein;

das Rädchen mir nicht schnurren will

so mutterseelenallein.

Wärst du bei mir und ich bei dir

du lieber Knabe mein,

du stünd'st nicht dort, ich säss nicht hier

so mutterseelenallein.

O komm zu mir, du süsse Maid

o komm zum stillen Rhein!

Wie lang soll ich vergehn vor Leid

so mutterseelenallein?

Wärst du bei mir zu dieser Stund

du liebes Mädchen mein,

nicht länger blieb das Herze wund

so mutterseelenallein!

Mit Spiel und Sang zieht froh daher

ein Schifflein durch den Rhein:,

o Seligkeit! Sie sind nicht mehr

so mutterseelenallein!