Veilchenluft
H. Esser
Was weckt aus den Tiefen,
Was weckt auf den Höhn
Die Lieder, die schliefen,
Zu hellem Getön?
Das war mir ein Ringen,
Ein Stürmen zu Nacht!
Nun rasten die Schwingen,
Zur Ruh ist's gebracht.
Nun wirket und webet
Mit sonnigem Duft
Blaue besel'gende Veilchenluft!
Nun öffne die Laden
Du träumendes Kind,
Die Seele zu baden
In Wonne geschwind!
Heraus, du mein Leben,
Und öffne die Brust
Zu liebendem Streben,
Zu blühender Lust!
Laß wogen im Herzen
Mit sonnigem Duft
Blaue besel'gende Veilchenluft!