Warum dass ich so traurig bin?

H. Esser

Warum dass ich so traurig bin?

Das will ich dir wohl sagen.

Mir geh'n Gedanken her und hin,

die trüben mir den leichten Sinn

in diesen Herbstestagen.

Ein Auge, dass uns einst erfreut

und dann sich kalt gewendet,

ob es sein Lächeln auch erneut,

es wecket nicht vergang'ne Freud',

das Lieben hat geendet.

Nun will des Herbstes Sonnenschein

den Mai herbei uns lügen;

wie er auch glänzt ins Herz hinein,

die alte Lust wird's nicht mehr sein,

wer glaubte seinem Trügen?

Die Flamme losch im Windeshauch,

die Wonne ward zum Leide;

nun steiget Dunst und Höhenrauch,

das letzte Blumenglöcklein auch

ging schlafen auf der Heide.