Wie weht von den Bergen nieder

H. Esser

Wie weht von den Bergen nieder

Der Windhauch kichernd in's Thal!

Der Lerche süßlockende Lieder

Erklingen im Morgenstrahl.

Die keusche Lilie mit Zagen

Und das Veilchen, das liebliche Kind,

Sie werden lebendig und schlagen

Die Augen auf geschwind.

Ich stehe fromm daneben --

In wonneseliger Brust

Fühl' ich erwachen und beben

Unendliche Liebeslust.

Befreit von des Schlafes Kette

Sing' ich mit Blum' und Strauß,

Mit Lerchen und Wind um die Wette

In den fröhlichen Morgen hinaus.