Mein Stern

H. Fleischer

Du bist ein goldner Stern;

Ein himmlisches Gefunkel.

Ich bin dir fern,

Und um mich her ist Dunkel.

Du bist das Himmelslicht,

Sein Schmuck und sein Geschmeide.

Verlaß mich nicht!

Auch dir tätst du's zu Leide!

Denn ich kann ohne Zahl

Dir Weihrauch streun in Liedern,

Und jeden Strahl

Mit Flammen dir erwidern.

Wies' ich mein Herz zur Ruh,

Nie mehr dir nachzuweinen,

Dann sprächest du:

«Was soll ich fürder scheinen?

Ich bin ein goldner Stern,

Und Licht ist, wo ich gehe;

Doch stürb' ich gern

Vor Einsamkeit und Wehe.

Wo ist das gute Herz,

Das meiner sich erfreute

Und himmelwärts

Mir Glut und Weihrauch streute?»

O werde nie du satt,

Mir Huld hinabzutauen!

Nie werd' ich matt,

Zu harren und zu schauen.