Schicksal

H. Fleischer

Niemals nenn' ich deinen Namen,

Teuren Namen meiner Liebe.

Zu des Lebens Festgetriebe

Wir zwei späte Gäste kamen--

Ist kein Platz mehr frei?

Du gehst hier, und ich geh' dorten,

Nimmer gehen wir zusammen;

Unsre Herzen schlagen Flammen,

Aber sagen's nicht in Worten,

Brechen fast entzwei.

Schliefen gern auf einem Kissen,

Säßen gern auf einem Pfühle;

Doch getrennt stehn unsre Stühle,

Und uns schmeckt kein einz'ger Bissen

Von des Lebens Mahl.

Siehst du still nach mir hinüber,

Kann mich ferner keine laben

Von den zugeteilten Gaben;

Dich in Schmerzen hätt' ich lieber--

Keinem ward die Wahl.