Sonnenuntergang
H. Fleischer
Im Westen stirbt die Sonne,
Vergießt ihr schönes Blut,
Des Tages lichte Wonne
Versinkt mit ihrer Glut.
Als sie heut aufgestiegen,
Sah sie in meinem Arm
Noch den Geliebten liegen,
Von Schlaf und Liebe warm.
Hat mir auch nichts als Kummer
Der helle Tag gebracht,
Mehr fürcht' ich noch den Schlummer,
Die schwarzumflorte Nacht.
Sie schleicht auf leisen Füßen
Den dunklen Wolkenpfad
Und beugt sich auf mein Kissen:
Wo ist dein Kamerad?