Du darfst

H. Freiherr von Bach

Mein holdes Lieb, du kennst noch nicht

Die Macht, die dir gegeben;

Mit einem Lächeln theilst du aus

Verzweiflung und neues Leben.

O! nur ein Wörtchen, dein Schweigen selbst,

Ein Blick zerstreut oder neckend,

Sie dringen wie Dolche in meine Brust,

Den bittersten Schmerz erweckend.

Du dürftest, stolz auf deine Macht,

Du dankst sie meiner Schwäche,

Mich quälen selbst zum bloßen Scherz

Ohn' Furcht, daß ich mich räche.

Du darfst, denn häufest du auf mich

Auch alle Seelenqualen,

Ein Blick, ein Kuß und mein Himmel lacht.

Du darfst -- denn du kannst bezahlen.