Mein Nahe-Thal

H. George

Du liebliches Thal dort am grünen Rhein

Durchwoben von Blüten und Sonnenschein,

von Wäldern und Bergen mit Reben umkränzt,

Von rauschen Wellen der Nahe durchglänzt:

Du bist meine Lust. Frei fühlt sich

Die Lust von Sorgen und Qual

Im Nahethal.

Wie einst deine Burgen ein adlig Geschlecht

Entsandten zum Kampfe für Freiheit und Recht,

So sind deine Söhne noch heut sich bewußt,

Daß Liebe zur Freiheit durchglüht ihre Brust.

Echt sei wie ein Hort

Ihr Wandel und Wort

Wie Wein im Pokal

Vom Nahethal

So lange die Rebe am Ufer dir blüht,

So lange die Nahe zum Rheine hinzieht,

Beschirme dich Gott, bleibe deutsch nur

Dein Land, so fest wie die Felsen am Nahestrand.

Laut töne dein Preis

Im fröhlichen Kreis,

Du Land meiner Wahl,

Mein Nahethal!