Waldszene

H. Goetz

Im grünen Wald ist große Ruh,

Ist unsichtbares Leben.

Ein leichtes Lüftchen haucht dazu,

Die jungen Blätter beben.

Wohl nur das allerfeinste Ohr,

Wohl nur der Augen bestes,

Vernimmt den stillen Frühlingschor,

Erräth den Glanz des Festes.

Und Orgelklang, man weiß nicht, wo?

Quillt feierlich entgegen,

Als ob die Sonnenstrahlen so

Durch's Laub hin klingend zögen.

Und eines fernen Glöckleins Schall

Tönt durch die kühlen Gänge.

Als ob des Mai-Thaus Tropfenfall

Im Kelch des Walds erklänge.

Und Aexteschall hallt niederwärts

Bald rasch, bald unterbrochen,

Als hörte man des Berges Herz

In Frühlingswallung pochen.