Geigender Mönch

H. Grimm

Der blasse Mond löscht nicht mehr aus,

Steht immer überm Heidehaus,

Bei Tage und bei Nacht.

Die Eschen nicken traurig her,

Die roten Beeren sind so schwer,

Welke Blätter fallen sacht.

Die Wasser liegen stumm und kalt

Und alle Lüfte schweigen;

Es steht ein brauner Mönch am Wald

Mit einer Geige fern am Wald,

Will mir das Herz zergeigen.

Mich schauert! ich will heimwärts gehn,

Will nach dem traurigen Mönch nicht sehn,

Nicht hören seine Geige.

Über mir der Abendstern

Leuchtet meinem Pfad wohl gern,

Hellschimmernd durch die Zweige.

Leis und leiser, weit und weit

Geigt es durch die Einsamkeit.