Auch Du!
H. Hermann
Nun hast auch du gelassen
Von Groll und edlem Streit,
Du fandest goldne Gassen
Der Weltzufriedenheit. --
Mich mahnt dein Herz, das helle,
Nun frei von Kampf und Weh,
An eine Riesenwelle,
Die müde ward der See,
Die sich im Überborden
Einst aus dem Meer gewiegt,
Und nun, zum Teich geworden,
Tiefblau im Walde liegt.
Wohl deckt mit Blütenflocken
Mittsommers sie das Rohr,
Wohl tönt's wie ferne Glocken,
Aus ihrem Grund hervor;
Wohl nicken grüne Erlen
Darüber, schlummerschwer --
Doch hat sie keine Perlen
Und keine Stürme mehr.