Es rollt so träge das graue Meer
H. Hermann
Es rollt so träge das graue Meer,
Der Mond wird trüber und trüber,
Die Sterne sanken, von Capri her
Zieht ein Gewitter herüber.
Nachtfalter flattern mit leisem Geschwirr
Um unsre bunte Laterne,
Durch der Veranda Rankengewirr
Stößt Südwind aus schwüler Ferne.
Vergebt, daß der Falernerwein
Verperlt in den Kristallen,
Vergebt, daß Jugendträumerein
Beim Festmahl mich befallen.
Ihr sangt in heimatlichem Chor
Vom Mühlrad im kühlen Grunde;
Nun klingt das alte Lied im Ohr,
Das Scherzwort stirbt im Munde.
Spät ist's, der rechte Frohsinn schied;
Wie konnte das geschehen?
Im fremden Lande das deutsche Lied.
Kommt, laßt uns schlafen gehen.