Helios

H. Hermann

Wenn durch die blaue Nacht auf leisen Schwingen

Die müde Erde tragen Schlaf und Tod,

Ins Chaos heim den schönen Raub zu bringen,

Die Heimlichen, eh' sie der Tag bedroht,

Dann weckt Orion schnell das Morgenrot

Am Himmel, daß die Flammentore springen,

Und Helios kommt -- das Haupt von Zorn umloht,

Läßt er des Lichtes Rachepfeil erklingen.

Und lächelnd streut er in der Erde Schooß

Des Lebens Füllhorn, winkt den jungen Stunden,

Die sie umtanzen, Rosenkranzumwunden.

Aus Ohnmacht reißt die Bräutliche sich los,

Es wird ihr Herz so weit, so sonnengroß,

Wie in des Gottes Arm sie sich gefunden.