Mäuschen
H. Hermann
Wie du da sitzest, du liebliches Kind,
Vor deinem blitzsauberen Häuschen!
Wenn ich dich anschau', denk' ich geschwind
An ein klein niedliches Mäuschen.
Zwar weiß und rosig ist deine Haut,
Doch glatt wie ein Mausefellchen,
Du bist gelenk und zierlich gebaut
Und flink wie das graue Gesellchen.
Es funkeln die dunkeln Äugelein
In deinem klugen Gesichtchen,
Und Zähne hast du so blank und fein
Wie das langschwänzige Wichtchen.
An deinem Köpfchen lauschet ein Paar
Rundlicher Mauseohren,
Und deine Pfötchen sind nun gar
Zum Trippeln und Tänzeln geboren.
Ich möchte dich fangen, du holdes Gespiel!
Dein Sammetpelzchen dir streicheln,
Mit Allem, was deinem Herzen gefiel',
In meinen Armen dir schmeicheln.
Komm, Mäuschen, mein Mäuschen, o bleibe nur hier,
Und Süßes wollen wir naschen,
Ich schleiche mich leise heran zu dir,
Lieb Mäuschen, laß dich nur haschen!