Nachtgesang
H. Hermann
Neige, Nacht, dich leise nieder,
löse linde meine Leiden,
schlinge schirmend deinen Schlummerarm
um die schmerzenschweren Glieder.
Senk' mir in die sehnsuchtsmüde Seele
deine sorgelösenden Gesänge,
daß im Dämmerduft des Traumes
wieder in mir auferwachen
all die wilden, wonnevollen,
goldnen Glücksgedankenflammen,
die im Leben längst erloschen.