Wer jagt durch die Gassen im hellen Lauf
H. Hermann
Wer jagt durch die Gassen in hellem Lauf?
Die Fenster klirren und springen auf,
Ein grüner Schleier weht vom Baum,
Und ein Veilchen zittert im Frühlingstraum.
Welch Klang weit über die Häuser her!
Rauscht vom Eise befreit das Meer,
Klingen die Wälder im Frühlingswehn,
Was ist geschehn?
Da jagt es vorüber in keckem Schritt,
Die Buben lachen und laufen mit,
Und kommt wie im Wirbel dahergerannt,
Ein junger Fant.
Seht, seht! Nun bleibt er am Garten stehn,
Dass ihn die hübschen Mädchen sehn,
Und stehen und lachen sich ins Gesicht --
"Kennt ihr mich nicht?"
Nun drängt er sich gar in meine Thür
Und schwingt seinen Hut, er kommt zu mir!
Wie zittert mein Herz bei seinem Gruss,
Dass ich jauchzen muss.
Und als er mir drückte den Strauss in die Hand,
Da hab ich den holden Jungen erkannt --
Den Frühling!