Zigeuners Vater
H. Hermann
Meine Mutter, die braune Zigeunerin,
Die führte mich an der Hand,
Sie schritt wie eine Königin
So stolz im Bettlergewand.
Als ich einmal sie fragte,
Wer denn mein Vater sei,
Da seufzte sie und sagte:
"Sieh, dort zieht er vorbei!"
Und als ich nach der Seite
Die Blicke wandt' geschwind,
Sah ich, wie auf der Heide
Hinstrich der Morgenwind.
Hei, ist der Wind mein Vater,
So singe ich sein Lied!
Ein windig Büblein hat er,
Das mit ihm weiter zieht.
Meine Mutter saß verlassen
Und weinte im Heidekraut,
Sie hat mir auf den Straßen
Vergebens nachgeschaut.