Zum letzten Mal
H. Hermann
Noch einmal zum Walde, dir gesellt,
Nocheinmal ans silberne Meer,
Noch einmal durchs wogende Ährenfeld,
Noch einmal und nimmermehr!
Und fragst du, was die Wange mein
Auf's neu gefeuchtet hat? --
Es mag ein Regentropfen sein
Von einem Buchenblatt.
Wie wiegt sich im Winde das Korngefild,
Die Blüten, Stern an Stern!
Dem festlichen Wald ein Lied entquillt,
Als tönt eine Orgel fern.
Die Wolke, die oben am Himmel zieht,
Die Schwän' auf dem zitternden Meer,
Sie wissen alle: mein Glück entflieht --
Noch einmal und nimmermehr.
Wohl alle beide im alten Revier,
Doch jeder für sich allein...
Ein Meer war sonst deine Seele mir,
Und meine strömte darein.
Nun sind wir zwei, die Jahr und Stund
Nur eins gewesen sind,
Und ich hatte dich lieb in des Herzens Grund
Wie die Mutter ihr eigenes Kind.
Nun zur Rechten du, ich links gewandt
Durch den Wald, entlang dem Meer...
Dein brennender Kuß! Dein Blick! Deine Hand --
Noch einmal und nimmermehr.