An die Entfernte

H. Hoffmeister

Sinnend steh' ich hier allein,

Schaut der Mond in's Kämmerlein,

Und auf diese Welt hinieden

Sinket holder Mainachtsfrieden,

Wiegt die Erdenkinder ein.

Schläfst du auch schon, liebes Herz?

Blickst du auch so himmelwärts?

Oder tragen Traumgebilde

Dich in jene Lichtgefilde,

Wo ein Liebe ohne Schmerz?

Ach, nach dir steht jetzt mein Sinn!

Ja zu dir nur denk' ich hin!

Wessen soll' ich sonst gedenken,

Wohin sonst die Seele lenken,

Da ich ganz dein eigen bin!

Schlafe süß, geliebte Braut,

Schlafe, bis der Morgen graut;

Nichts mag deinen Schlummer trüben,

Träume nur, wie wir uns lieben,

Dafür gibt's ja keinen Laut.