Komm mit mir unter die Linde

H. Huber

"Komm' mit mir unter die Linde,

Du Herzallerliebster mein!

Komm' setz' dich an meine Seite,

Dann wollen wir lustig sein."

Ich kann und mag nicht sitzen,

Mag auch nicht lustig sein;

Mein Herz möcht mir zerspringen,

Feins Lieb, von wegen dein.

"Und will dein Herz zerspringen,

Leg' ich die Hand daraus,

Dann werden die Schmerzen stille,

Dann hört das Klopfen auf."

Mein Herz, das wird nicht stille,

Es trägt zu große Not,

Es trägt von deiner Liebe

Davon den bittern Tod.

"Und wird dein Herz nicht stille,

Drück ich darauf den Mund,

Dann schlägt dein Herz vor Freude,

Dann wird es wieder gesund."

Du kannst mein Herz nicht heilen,

Du bist ein falsches Kind;

Fahr wohl denn Lieb und Treue,

Die sind als wie der Wind.

Ich zog ihr den Ring vom Finger

Und warf ihn in den Rhein;

Er tanzte auf den Wellen,

Gab seinen letzten Schein.

Schwimm' hin, Goldringlein, schwimme!

Bis in das tiese Meer;

Mein Feinslieb ist mir gestorben,

Nun hab' ich kein Feinslieb mehr.