Mit ihren Wonneschauern naht sie sacht
H. Huber
Mit ihren Wonneschauern naht sie sacht,
Auf leichten Sohlen wandelt sie einher,
Die sanfte Zauberkönigin, die Nacht,
Und ihres Sternenmantels stille Pracht
Ausspannt sie langsam über's Mittelmeer. -
Vom Kirchlein, einsam auf dem Fels am Strand,
Weht leises Läuten über Meer und Land;
Sonst Alles still; - nur durch das Schilf spielt lind
Der Abendwind.
Ave Maria!
Ich aber steure läßig meinen Kahn;
Des Weltengeistes Odem lausch' ich stumm,
Und meine Seele taucht, ein weißer Schwan,
Sich in der Sehnsucht stillen Ozean;
Die Liebe sei mein Evangelium...
Im Norden fern im engen Kämmerlein
Weint jetzt ein blondes Kind und denket mein. -
Die jedes Glück, die mir den Frieden lieh
Und Poesie,
O sei gegrüßt, Marie!