Vor einem schlafenden Rosenstock

H. Jelmoli

In wie starrer Einsamkeit

gehen meine Tage!

Heiße Lust und heißes Leid

klingt wie eine Sage.

Hüll mich in den Winterrock,

daß ich wärmer werde.

Hier der graue Rosenstock

kriecht auch in die Erde.

Ruhe tief! dein guter Saft

scheint er auch gestorben,

sammelt sich, die alte Kraft

ist bald neu erworben.

Und die Zeiten kommen,

wo Rosen auf dir blühen,

und mein kaltes Herz wird so

in den Frühling glühen.