Último poema de Stefan Zweig
H. Jolles
Linder schwebt der Stunde Reigen
über schon ergrautem Haar,
denn erst an des Bechers Neigen
wird der Grund, der goldne klar.
Vorgefühl des nahen Nachtens,
es verstört nicht - es entschwert.
Reine Lust des Weltbetrachtens
kennt nur, wer nicht mehr begehrt.
Nicht mehr fragt, was er erreichte,
nicht mehr klagt, was er gemisst
und dem Altern nur der leichte
Anfang seines Abschieds ist.
Niemals glänzt der Ausblick freier
als im Glast des Scheidelichts;
nie lebt man das Leben treuer
als im Schatten des Verzichts.