Der Sieger

H. Kaun

Taufrisch glänzen die Blumen,

die der Frühling entbot.

Jedes Tal, jede Höhe

grüßt das Morgenrot.

Finster allein liegt die Heide,

die kein Lichtstrahl durchloht;

Über sie reiten zwei Reiter,

ich und der Tod.

Wie er mit sengendem Atem

meine Wange streift!

Wie seine Hand, die dürre,

nach der Kehle mir greift!

Vorwärts, mein Ross, mein braves,

fort aus dem giftigen Sand

in das blühende Leben,

in das lachende Land!

Noch ein Sprung, ein letzter!

Wir erreichen das Feld.

Diesmal, Tod, um die Beute

bist du Arger geprellt!

Da schallt gellendes Lachen,

schallt mir ein Spottwort ins Ohr:

„Der du das Leben gewonnen,

du hast verspielt, du Tor!”