Die Eine
H. Kaun
Ein holdselig Gesicht und zwei Augen so klar
Und schlank gleich der Blumen, der süßen,
Und die Stirne so licht und so dunkel das Haar,
Und so reizend vom Haupt bis zu Füßen --
Das ist sie, das ist sie, denn ich meine,
Die liebste, die Einzige, Eine.
Ein knospendes Röschen auf schwellender Brust
Und so klopfen das Herz unterm Mieder,
Meine Sonne und Wonne und Freude und Lust,
Der holdseliger Quell meiner Lieder --
Das ist sie, das ist sie, denn ich meine,
Und neben der Einzigen keine.
Es liebt sie ein Jeder und lodert in Gluth
Und möchte ihr gerne gefallen;
Doch Allem und Jedem, dem ist sie nicht gut,
Einen Einzigen liebt sie von Allen.
Der Glückselige, Einzige, Eine --
Das bin ich, das bin ich nur alleine.