Lied des Glöckners
H. Kaun
Du, des Glaubens gläubigstes Kind
unter den lärmenden Völkern der Erde,
bleib hart, mein Volk!
Du hast dich nur immer um Freundschaft gemüht,
für Redlichkeit und Vertrauen geglüht
und hast nur Hohn dafür geerntet,
Haß und Neid und Bitterkeit....
bleib hart, mein Volk!
Bleib hart, mein Volk!
Du wirst die Welt mit keinen Ehren
freiwillig zu deinem Glauben bekehren,
zu dem Ziel, an dem du baust.
Not nur und Schreck,
nicht Güte, bringt die Welt vom Fleck!
bleib hart mein Volk!-
Bleib hart, mein Volk!
Deinem eigenen, innersten Wesen entgegen,
aber dir selbst und der Menschheit zum Segen,
trage ihn ruhig, den Fluch der Welt,
den Hohn, mit dem sie dich umgellt,
trag ihn freierhobener Stirn!
Es kommen andere Zeiten wieder,
hat ihr Haß erst ausgerast,
Zeiten, die es dann dir danken,
was du für sie gelitten hast...
beib hart, mein Volk!-
Ich aber läute meine Glocken
zum Riesenkampfe, den du kämpfst,
und will sie läuten Tag und Nacht
als Sturmgebet, bis du's vollbracht...
bleib hart, mein Volk!
bleib hart, bleib hart!