Traumbild
H. Kaun
Noch einmal, eh' hinab in's Meer
Sich senkt der Sonnenball,
Verklärt mit sanfter Purpurgluth
Er rings des weite All.
Siehst du den Steg von flüss'gen Gold
Sich bauen über die Fluth?
Im Traume schwebt darüber hin
Mein Geist mit kühnen Muth.
Er führt mich über die weite See
In's ferne Heimatland,
Da winkt mir meiner Lieben Haus,
Das Haus, so wohlbekannt.
Da weil' ich in der Theuren Kreis,
Ein stets willkommer Gast;
Vergessen ist der Fremde Weh,
Des Lebens Müh' und Last.
Doch ach, der Sonne Glanz erlischt
Und Dämmrung hüllt mich ein --
Zerronnen ist der holde Traum,
Ich bin allein, allein!