Die rothe Rose
H. Koss
Es stand eine rothe Rose
Gar duftig am grünen Rain.
Ich wollte die Rose brechen,
Da thäten die Dornen mich stechen,
Wohl bis in das Herz hinein.
Da bin ich hinausgezogen,
Gewandert Land aus, Land ein,
Das thät mich gar wenig frommen,
[Bin wieder nach Hause gekommen,
Konnt'] ohne die Rose nicht sein.
Doch ach, ich fand sie [begraben
Tief unter dem] grünen Rain.
Es klagten die Blätter der Linde,
Sanft flüsternd im Abendwinde:
Wirst nimmermehr fröhlich sein!