Im Volkston

H. Koss

Bedenk', daß ein' Schwalben

Kein Sommer nit macht,

Und nimm dessenthalben

Dein Herz wohl in Acht.

Zu Wasser geht's Krüglein,

So lang', bis es bricht,

Die Lieb' hat zween Flüglein,

Leicht bind't man sie nicht.

Wohl schwanken aufs Neue

Viel Blumen im Wind --

Das Kräutlein der Treue

Gar selten man find't.

Doch wer hat's gefunden,

Halt's heilig und fest,

Bewach's alle Stunden,

Wie's Vöglein sein Nest.

Dein Gelb und Juwelen

Raubt kühn wohl ein Dieb --

Eins kann er nit stehlen:

Treuinnige Lieb'!