Ave Maria

Marschner, Heinrich

Ave Maria! Neig' dein Angesicht,

hochheil'ge Mutter, über uns vom Himmel;

die Sonne sank, der Tag zerbricht

und stille steht der Lebenden Gewimmel.

Ave Maria! Unter deine Schleier hüll' gnädig ein

die müde Menschenwelt,

dein ist die Nacht und dein die Totenfeier,

so Gnade mir, wann dieser Leib zerbricht.

Ave Maria! Die Glocke ruft:

wie vor der Nacht der Tag,

wird vor der Ewigkeit die Zeit sich schwärzen,

wer dich erkannt und die vertrauen mag,

schlaf kindlich ein

und lächle dir am Herzen,

dein milder Hauch durchatmet all Fernen,

die Erde sinkt, die Zeit zerbricht.

Ave Maria! Neige, o neige von den Sternen

hoch über uns dein Mutterangesicht.

Ave Maria!