Corsarenliebe
Marschner, Heinrich
Hörst du Kastagnetten klingen,
Liebchen, in dem nahem Hain?
Komm mit leicht beschwingter Sohle,
Fliege munter durch die Reih'n.
Ach nach dieses Tages Schwüle
Ruht sich's lieblich hier im Moos,
Selbst der Mandelbäume Blüthen
Fallen matt in meinen Schooss.
Lockt dich nicht das laute Lachen,
Nicht der Töne Silberschall?
Süsser ist's im kühlen Schatten
Lauschen auf den Wiederhall.
Durch der Blätter schwankend Beben
Sieh, der flüchtgen Paare Tanz.
Sieh im Thau auf duftgen Blumen
Spiegelt sich der Mondesglanz.
Liebchen komm, zärtlich ruft der Ton der Flöte.
Süsse Ruh, bringet mir die Abendröthe.
Sei's, ich gebe nach, bleibe dir zur Seite.
Hier am kühlen Bach, unter'm Blätterdach.
Doch zum Lohne reicht mein Liebchen
Mir ein Zeichen ihrer Huld,
Wenn ich hier im Moose lag're
Unterwürfig in Geduld;
Wohl, hier hast du eine Blume,
Die ich hier im Grase fand,
Überreich ist die Belohnung
Reicht sie der Geliebten Hand.
Ei, du Lose, kannst du wähnen
Dass ein Blümchen mir genug?
Gilt sie dir nicht mehr als Schätze,
Ist dein Lieben Lug und Trug.
Doch für mein gehorsam Bleiben
Hofft' ich schon, ein Kuss sei mein!
Soll ich Ruh' so theuer kaufen?
Lieber tanz' ich auf dem Rain.
Liebchen komm, lass mein Flehen dich er weichen.
Nur beim Tanz, will ich meine Hand dir reichen.
O wie so geschwind bist du müd' der Ruhe!
Mädchenlaunen sind wechselnd wie der Wind.