Der Fee Beschwörung
Marschner, Heinrich
Bei des Glühwurm's Licht im thauigen Kraut,
Bei den Fäden, die schwebend die Luft durchmessen,
Bei der treulosen Schlange schillernder Haut,
O lehre mich, Dein vergessen:
Denn Keiner, ach nein,
Versteht diese menschliche Kunst so gut,
Als Du Falscher allein!
Beim Elfentanz an der sprudelnden Quelle,
Bei des leisen Windes flüsternder Lust,
Bei den liebenden Sternen, die sanften Blicks die Welle
Zur Ruhe schmeicheln an der Mutter Brust;
Lehre mich Dein Zauberwort,
Durch das, gleich der Blume, die verdorrt,
Die Stunden, die entschwunden,
Keine Blüthen mehr treiben.
Beim Zelt aus dunklen Veilchenkronen,
Bei dem Duft der blühenden Frühlingsflur,
Beim grünen Eiland, wo die Schwestern wohnen,
Bei Deinem eigenen vergeßnen Schwur;
Lehre mich leben,
Und nicht mit schmerzlichen Gedanken
An Deine falsche Liebe mich ranken,
Lehr' Deine Kunst mich, lehr' mich sie üben,
Und sie, die Du nimmer kannst mehr lieben,
Wird Dich segnen, und Dir vergeben!