Der Morgenthau

Marschner, Heinrich

Wenn die Erde ruht

in tiefem Schlaf

in stiller Nacht,

und mit der Erde

der müde Mensch,

so wandeln Gestalten

Hand in Hand

und reden nichts

und schauen sich an

mit leuchtenden Blicken.

Das sind die Sterne,

die toten Lieben;

sie kommen herab

aus fernen Räumen,

aus ihren Himmeln

zur schlummernden Welt,

die Menschen zu schauen,

du denken der alten

Erdensonnen,

der alten Träume,

und weinen so selig.

Es lauschen die Blumen;

sie tragen die Tränen

in blühenden Schalen

ins Morgenrot.