Der Müller und die Müllerin
Marschner, Heinrich
Kennst du wohl die kleine Mühle,
wo ich Müller bin?
Flieh der Städte dumpf Gewühle,
Mädchen, das ich mir erziele,
sei mir Müllerin!
Mädchen, das ich mir erziele,
du bist fromm und gut;
teile zärtlich die Gefühle,
und durch Gegenliebe kühle
meines Herzens Glut!
In des Abends sanfter Kühle,
wenn die Sonne wich,
in der heißen Mittagsschwüle,
bei des Baches Wellenspiele
denk' ich nur an dich.
Zu des Baches Wellenspiele
tönt mein Klagelaut.
Tritt herein auf meine Diele,
setze dich auf meine Stühle,
werde meine Braut!
Schränk' und Stühle, Bett und Pfühle,
wie sich's wünschen lässt,
geb' ich dir, und meine Mühle
mahlt der Scheffel Weizen viele
zu dem Weihnachtsfest.