Die Augen

Marschner, Heinrich

Wie hab' ich deiner Augen Licht

so unaussprechlich gern!

Aus ihnen deine Seele spricht,

der Liebe hellster Stern.

Ich seh' sie an, und immer wieder

entlocken sie mir neue Lieder;

gib mir den lieben, süßen Blick,

ich gebe Lieder dir zurück.

Aus diesem Blicke fromm und mild

entquillt die reinste Lust;

er drückt der reinen Wahrheit Bild

in die bewegte Brust.

Ich möchte ringen, möchte wagen,

ich möchte weinen, möchte klagen,

und seh' dich an und klage nicht,

weil Fried' aus deinen Augen spricht.

In deiner Augen lichten Schein

erblüht mein Wohl und Weh';

o sieh' mich an und lass mich sein,

bis ich sie nicht mehr seh'.

Und lächelst du, dann will ich weinen,

doch weinst du, will ich fröhlich scheinen,

um wieder heiter dich zu seh'n,

denn jeder Blick von dir ist schön.