Eine dunkle Stunde

Marschner, Heinrich

Der Traum ist aus, mein Glück ist hin! --

Wenn's auch dein Mund nicht spricht,

Ich fühl', daß ich dir nichts mehr bin,

Verhehl' es, läugn' es nicht!

Schlang meine Lieb' einst weich und warm

Ein Mantel um dich sich her,

Beengt nun fühlst du Hand und Arm,

Nun wärmt er dich nicht mehr.

Die Seele, dir, nur dir geweiht,

Du kennst sie ganz und tief,

Und sieh, nun legst du sie bei Seit

Wie einen gelesenen Brief.

Ein Becher schien dir einst mein Herz,

Nun da an seinem Rand

Du dich berauscht in Lust und Schmerz,

Entsinkt es deiner Hand.

O laß es fallen! Wenn's auch birst,

Betrüb' dich nicht zu sehr,

Für einen Freund, den du verlierst,

Bewacht dich ein Schutzgeist mehr!