Jäger und Jägerin

Marschner, Heinrich

Es blies ein Jäger wohl in sein Horn,

trara!

und wandelte still durch Dickicht und Dorn

trara!

Er schoss nicht Hasen, noch Hühner, noch Reh,

denn, ach, im Herzen war's ihm gar weh

trara, tratra, trara!

seitdem er das Mägdelein sah

Des Jägers verlockender Hörnerklang

trara!

ihr tief daheim in die Seele drang

trara!

Sie hüpft hinaus, wo das Hifthorn schallt,

hinaus, hinaus in den grünen Wald

trara, tratra, trara!

O Jäger, dein Liebchen ist da!

Er drückt das Händchen so weich und zart,

trara!

er küsst ihr die Lippe nach Jägers Art.

trara!

„Und wolltest du wohl die Jägerin sein,

du rosenrotes Herzliebchen mein?“

trara, tratra, trara!

Das Mägdlein lispelte: „Ja!“

Die Locke pranget im grünen Kranz,

trara!

Die Hörner laden zum Hochzeittanz.

trara!

Und selig liegt und liebewarm,

die Jägerin drauf in des Jägers Arm

trara, tratra, trara!

weiss nicht, wie ihr geschah!