Jetzt weiss ich, warum es mir nirgend gefällt

Marschner, Heinrich

Jetzt weiß ich, warum es mir nirgend gefallt

Als einzig allein in dem grünen Wald!

- Juchheisa, juchhe, in dem grünen Wald! -

Da treibt mich's, wie närrisch zu jauchzen und singen,

Als sollt' mir die Kehl in dem Halse zerspringen.

Die Leute, die sagen:

Ich wär' ein Narr;

Thu' nichts darnach fragen!

Bin ein lustiger Vogel, - und das ist wahr.

Und daß es die Wahrheit, das weiß ich genau,

Denn gestern, da kam eine steinalte Frau,

- Juchheisa, juchhe! krumm, runzlich und grau! -

Die hat mir's gesagt: daß vor tausend von Jahren,

Eh' noch meine Seel' in dies Antlitz gefahren,

Im Walde leibhaftig

Ein Vogel ich war,

Und stürbe wahrhaftig

Als ein lustiger Vogel, - und das ist wahr!

Doch war da noch Eines, das wissen ich wollt',

Da war meine Alte zum Kuckuck getrollt!

- Juchheisa, juchhe, zum Kuckuck getrollt! -

Drum frag' ich es euch nun, ihr seid ja so weise:

Ob einst ich ein Spatz, oder Lerch', oder Meise?

Doch meint ihr, ich wäre

Ein' Nachtigall gar,

Dank' schön für die Ehre!

Bin ein lustiger Vogel, - und das ist wahr!