Liebeserklärung eines Schneidergesellen
Marschner, Heinrich
O süßes Mädchen, sei doch nur lein Klotz!
Gestatte, dass ich bugle deinen Trotz.
Lass mich in dein Gemüth
Ein großes Knopfloch weben,
Lass mich an deiner Set'
Als schlanke Elle schweben,
Ach meine Liebe ist unendlich
Wie ein Bandurm.
Für dich, für dich ließ ich mich schmeißen,
Scmeißen selbst in den
Allertiefsten, tiefsten Schuldthurm.
Blickt mich dein Auge an,
Sing' ich wie eine Lerche,
Wo nicht: so schreit es auf
Wie Schweine in der Pferche! Du meiner Sehnsuch Schnaps,
Du labend Herzensbier,
Der Schneiderinnung du, o allerschönste Zier:
Hört' ich dein Zünglein nur
Ein einzig's Wörtlein Läuten,
Das Liebe spricht,
Das Liebe Spricht,
Ich ließ' mich also gleich abhäuten!
O gib doch meiner Brust
Den allerschönsten Stoss,
O sei mein Winterpelz,
Am Fenster sei mein Moos!