Liedesfreiheit

Marschner, Heinrich

Frei wie des Adlers mächtiges Gefieder

Erhebe sich zur Sonne der Gesang,

Und ungehindert wie des Sturmes Drang

Ergiesse sich der Strom der Lieder.

Denn in der Freiheit nur gedeiht das Schöne,

Nur fessellos ergreift es das Gemüth;

Wie uns das Reich des Lenzes frei umblüht,

Umwog uns auch das Reich der Töne.

Dann ruht der Himmel auf der Lieder schwingen,

Das Höchste, was die freie Seele kennt,

Die freudig sich vom Druck des Staubes trennt,

Zum Ätherzelt empor zu dringen.