O wie so weit

Marschner, Heinrich

Bächlein am Wiesenrand

Rinnst du noch immer?

Blumen im Heimathland

Gebt ihr noch Schimmer?

Halme der Heimathkluft

Mögt ihr noch rauschen?

Lerche der Heimatluft

Könnt' ich Dir lauschen!

Duftige Jugendzeit,

O wie so weit!

Fließt noch durch Blumen bunt

Silberne Kühle;

Rauscht noch im Lindengrund

Klappernde Mühle;

Fenster aus Laubgewind

Leuchtet noch munter,

Aber das schönste Kind

Schaut nicht herunter --

Liebe der Jugendzeit,

O wie so weit!

Glück vorbei, Duft verweht,

Liebe vergangen!

Durch meine Seele geht

Leises Verlangen.

Dürft' ich doch einmal nur,

Einmal Dich schauen --

Heimathwald, Heimathflur,

Liebste der Frauen!

Aber wie Ewigkeit

Bist Du mir weit. --