Trost beim Abschied
Marschner, Heinrich
Vom lichtumglänzten Hügel
Schau' ich hinab in's Thal,
Vertraue der Winde Flügel
Wohl Grüsse ohne Zahl!
Lass einmal noch ertönen
Der lieben Stimme Klang,
Sie mildre dieses Sehnen,
Erleichtre den schweren Gang;
Leb wohl, du meine Freude,
Leb wohl, mein holder Hoffnungsschein!
Weit über Wald und Haide,
Berg auf, Thal ab, Feld ein
Folgen dir die Gedanken
Stets wandl' ich neben dir,
Und nimmer werd' ich wanken,
Dein bleib ich dort und hier.
Es tönt für lange Zeiten
Zum letzten mal dein Sang.
In meines Herzens Saiten
Zittert der traute Klang,
In meine Seele dringt er
Gleich milder Hoffnung Licht,
Und Trost und Ruhe bringt er
Und ruft: Verzage nicht!
Kann dich erreichen nimmer
Mein warmer Liebesblick,
Im Busen bleibet immer
Dein süsses Bild zurück.
Nah bleiben sich die Herzen,
Tage und Monde vergehn,
Und nach der Trennung Schmerzen,
Lohnt schönes Wiedersehn.