Ungleiche Theilung
Marschner, Heinrich
Für dich des Liedes Klänge,
Für mich des Schaffens Qual;
Für mich der Muschel Leiden,
Für dich der Perle Strahl;
Für dich die Lorbeerkronen,
Die Dornenkränze mir;
Für mich die dürren Höhen,
Die grünen Thäler dir;
Für mich des Herzens Stürme,
Dir einen Sonnenschein,
Für mich des Bechers Hefen,
Der süße Schaum sey dein!
Und sagst du: Ungleich theilen
War nie der Liebe Brauch;
So wiss', es wohnt Entzücken
In ihrem Schmerze auch.