Liebesnacht

H. Marteau

Sie:

O weile, süßer Geliebter!

Es trügt dich nur,

es hellt, nur wolkengetrübter,

der Mond die Flur.

Er:

Doch nimmer weilen und halten

die Wolken dort,

es führen sie wilde Gewalten

von Ort zu Ort!

Sie:

Ein Traum ist alle das Treiben

in dunkler Höh,

doch uns muß ewig verbleiben

der Sehnsucht Weh.

Er:

Ich seh nur Kommen und Scheiden

am Himmelszelt,

es zieht die Seele der Leiden

durch alle Welt.

Sie:

Die Wolken wandern so nächtig

ohn Schmerz und Lust,

ich aber ziehe dich mächtig

an meine Brust.