Die reinen Frauen

H. Meyroos

Die reinen Frauen steh'n im Leben

Wie Rosen in dem dunklen Laub;

Auf ihren Wünschen, ihrem Streben

Liegt noch der feinste Blüthenstaub.

In ihrer Welt ist keine Fehle,

Ist alles ruhig, voll und weich;

Der Blick in eine Frauenseele

Ist wie ein Blick ins Himmelreich.

Wol sollst Du hören hohe Geister,

Verehren sollst Du Manneskraft;

Dich sollen lehren Deine Meister,

Was Kunst vermag und Wissenschaft.

Doch was das Höchste bleibt hienieden,

Des Ew'gen nur geahnte Spur,

Was Schönheit, Poesie und Frieden:

Das lehren Dich die Frauen nur.